" Schmerz ist ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis,
das mit aktueller oder potentieller Gewebsschädigung verknüpft
ist
oder mit Begriffen einer solchen Schädigung beschrieben wird
" International Association of the Study of
Pain, 1979
Chronischer Cluster(kopf)schmerz
Clusterkopfschmerzen sind äußerst selten und betreffen
höchstens ein Prozent der Bevölkerung, hauptsächlich
junge Männer. Weitere Bezeichnungen für Clusterkopfschmerzen
sind Bing-Horton-Syndrom und Hemicrania angioparalytica oder auch
"Suizidkopfschmerz". Früher vermutete man als Ursache der
Schmerzen eine Entzündung von erweiterten Blutgefäßen
im Gehirn, und einige halten an dieser Theorie auch weiterhin fest. Seit einigen Jahren gibt es allerdings eine weitere Hypothese,
die eigentlich viel logischer erscheint und besagt, dass eine Fehlregulation im Hyphotalamus
- der inneren Uhr, zuständig für die Steuerung biologischer Rhythmen wie Schlaf, aber auch Sexualtrieb und Termoregulation - vorliegt, was zwar die auffälligen Zeitmuster
der Attacken (man kann die Uhr nach ihnen stellen) erklärt, mehr aber eigentlich auch wieder nicht. Die genaue
Entstehung der Schmerzen ist der Wissenschaft noch unklar, einig ist man sich aber darüber, dass dies der stärkste Schmerz ist, den ein Mensch aus natürlichen Prozessen heraus empfinden kann.
Aber man bekommt nicht nur Attacken zu bestimmten regelmässigen Zeiten, zusätzlich sind die Schmerzen 'triggerbar', bestimmte Auslöser wie Alkohol, Lichtreize, bestimmte Nahrungsmittel, klimatische Verändeungen,
körperliche Anstrengung (oder auch nur ein Husten) oder gefäßerweiternde Medikamente
können Auslöser zusätzlicher Attacken, sogenannte 'Trigger' sein. In meinem Fall sind es besonders auch ätherische Öle und Parfums. Warum aber
acht mal mehr Männer als Frauen betroffen sind, warum der Schmerz immer streng einseitig, dort aber ausgedehnt ist, konnte bislang
auch noch nicht geklärt werden.
"Die Attacken sind halbseitig, äusserst heftig, schneidend oder
bohrend, kommen abrupt ohne Vorboten, oft aus dem Schlaf heraus und
dauern 15 Minuten bis drei Stunden an. Oft lassen sich die Schmerzen
hinter dem Auge und im Bereich der Nasenwurzel lokalisieren können
aber auch bis in den Rücken ausstrahlen. Sie sind begleitet von
Tränenfluss und geröteter Bindehaut, Schnodderproduktion
sowie motorischer Unruhe und lokaler Erhitzung. Auch ein Horner-Syndrom,
bestehend aus Miosis (enger Pupille), Ptosis (herabhängendem
Oberlid) und Lidschwellung, wird häufig beobachtet. Wie schon
erwähnt, wiederholen sich die Attacken mehrmals täglich,
wobei typischerweise jedes Mal dieselbe Kopfseite betroffen ist. Man
unterscheidet episodische Clusterkopfschmerzen, die durch den Wechsel
von Perioden mit Schmerzattacken und beschwerdefreien Phasen gekennzeichnet
sind und Chronische Clusterkopfschmerzen, bei denen die kopfschmerzfreien
Intervalle stets kürzer als zwei Wochen sind." Soweit die rein wissenschaftliche Kurzeschreibung.
Ich habe erst einen Menschen getroffen der aus diesen Zahlen und Fakten die Information auslesen konnte: "8 mal 3 Stunden, das sind ja 24!" - ja, und am nächsten Tag dann wieder. Wie sich Cluster anfühlt, soll für Nichtbetroffene nachvollziehbar werden, wenn man
sich Capsaicin
direkt auf den Trigeminusnerv injiziert, für Emphatische
erschliesst es vielleicht schon diesen Filmen ->
Nur gespielt, aber sehr eindrucksvoll, der Film 'Pi
- the Movie', der vor allem erstmalig die Frage nach Schmerz und
dem Zusammenhang mit Sinn und Bewusstsein aufgeworfen hat.
... auch Dr. House hat mal einen Cluster diagnostiziert und sofort mit Psilocibin behandelt.