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Einmal im Quartal gehe ich zum Arzt - der will schliesslich auch leben.
Der schreibt mir dann ein ein Rezept auf.
Dann hole ich die Medikamente beim Apotheker - der will schliesslich auch leben.
Zuhause werfe ich alles in den Müll - ich will schliesslich auch leben.
 
Das ich viele Jahre gebraucht habe um endlich die richtigen Diagnosen zu bekommen, bedeutet nicht dass ich in dieser Zeit auf Therapieversuche verzichten hätte müssen. Denn selbst wenn die Ärzte keine Ahnung haben was einem fehlt, man bekommt Medizin dagegen. So habe ich mich durch eine sehr breite Pallette pharmazeutischer Produkte fressen dürfen. Ich nahm wohl jedes verfügbare Schmerzmittel, meist in der Höchstdosis, bekam verschiedenste Antidepressiva, Antiepilektika, Neuroleptika, Lithium, Valium, auch mal Herzmedikamente, reichlich Kortison, etc. etc. ...
Geholfen hat mir das kaum, viele der Wirkstoffe waren aber wohl geeignet um meinen Körper zu schwächen und das eine oder andere System vollends aus dem Gleichgewicht zu werfen.
 
 
Meine Medizin
 
Mittlerweile habe ich durch die lange Erfahrung meinen eigenen Weg gefunden mit den Symptomen zu leben und weiß ziemlich genau was mein Körper braucht und womit ich ihm bei seinen besonderen Prozessen unterstützen, bzw. vor Überlastungen schützen kann.
 
Bei starken Attacken des Cluster(kopf)schmerzes lohnt es sich manchmal statt normaler Atmosphäre (Stickstoff 78%, Sauerstoff 21%, anderes 1%) reinen Sauerstoff (100%) zu atmen , da - wie Dr. Horton herausfand - manchmal hierurch eine Linderung zu erleben ist. Man nahm bisher an, das hierdurch eine Engstellung der Gefässe im Hirn eintritt, der Tomograph hat aber bewiesen, das dem nicht so ist. Also ist der Effekt dieses Tuns wissenschaftlich derzeit unklar. Meine Theorie dazu ist ganz einfach: unsere Körper sind nun einmal Oxidationsstoffwechsler, und was auch immer an chemischen Vorgängen im System abläuft, die für mich als Cluster(kopf)schmerz spürbar werden, sie kommen mit dieser ernormen Oxigenzufuhr wohl besser voran. Man kann dies sehr schön an einer Kerze beobachten, indem man kurz die Atemmaske in Richtung ihrer Flamme hält.
 
Hanf
Cannabis sativa, manche sagen: die älteste Heil- und Kulturpflanze der Welt, dümmere sagen: Rauschgift. In der Medizin gibt es leider die selben zwei Meinungsparteien wie in der gesellschaftlichen Alltagswelt. die einen kennen sich zwar nicht aus, sind aber dagegen, die anderen sagen: "na wenn´s hilft ..." und lassen den Betroffenen zumindest in Ruhe oder sind sogar an weiterer Erforschung und Aufklärung interessiert.
> Therapeutischer Einsatz von Cannabis bei Morbus Crohn
> Internationale Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin
> http://de.wikipedia.org/wiki/Cannabis_als_Medizin
Da die Realität aber eine extrem groteske Andere ist, als der vernunftbegabte und mitfühlende Geist vielleicht denkt, ist an den Gebrauch dieser Medizin ein ganzer Strauss an Problemen gebunden. Dadurch das die Versorgung durch die Gesetze in die Hände meist sehr dubioser Personen gelegt wurde, kann es durchaus zu lebensgefährlichen Vergiftungen kommen, wenn mal wieder einer dachte, das er noch mehr verdienen kann, wenn er die Blühten mit dem schwersten volksbekannten Stoff - also mit Blei - bedampft. Zähflüssig kommt hier aber Bewegung in die Regulierung, und so hat der Bundestag zumindest schon verschiedene Anhörungen zur Freigabe an medizinische Kiffer zelebriert und das Bundesverfassungsgericht die Regierung angewiesen etwas zu tun. Ich bin bester Hoffnung, mit jeder neuen Regierung.
 
Ernährung
Ab einem bestimmten körperlichen Erschöpfungszustand muss man sehr gut auf den Rest der Lebenskraft Acht geben. Eine "Premium-Ernährung" gehört dann einfach dazu. Alles nicht nur in sogenannter, sondern in wirklicher Bioqualität und mindestens drei warme Mahlzeiten am Tag... man könnte es regelrecht geniessen, wenn der Grund nicht in den negativen Symptomen liegen würde, die auch dem wirlichen Genuss - zum Beispiel mit Schmerzen - entgegenstehen.
 
Coffein in hohen Dosen
Espresso Arabica, auch für die meisten nur ein Genussmittel, kann aber durchaus zu einem Therapeutikum werden, will heißen, es tut meinem Kopf einfach gut einen frischen Bohnensud in den Stoffwechsel ziehen zu können. Das muss nicht am Koffein liegen, denn ausser diesem berühmten hat die Bohne noch etwa 800 weitere Inhaltsstoffe, und das molekular recht ähnliche Teein hat keine solche Wirkung. Unterstützend wirkt allerdings zeitnah genossene Zitrusfrucht. Leider steht hier das Bedürfnis des einen Teils des Körpers mit den Empfindlichkeiten eines anderen Teils in Kollision, Kaffee ist selbst sehr schonend und 'magenfreundlich' zubereitet nicht gerade angenehm für einen entzündeten Verdauungsapparat, allzumal wenn man ihn mit Säuren anreichert.
Aus diesem Grunde greife ich seit geraumer Zeit lieber auf einen noch viel luxeriöseren Ersatzstoff zurück, nämlich zum flügelverleihenden Energiedrink, der ganz allein durch mich die österreichische Wirtschaft trägt. Rhinos´Energy Drink, zwei bis sechsmal pro Tag, ganz nach dem jeweiligen gefühlten Bedarf.
 
Psilocybinpilze sind schon in geringen Dosierungen (0,1 bis 0,2 Gramm und sogar noch weniger) nach Studien in Großbritannien und Amerika ein geeignetes Medikament zur Eigentherapie von Migräne- und Clusterkopfschmerzen. Normalerweise hebt eine solche Dosierung einen akuten Migräneanfall innerhalb von 10 bis 15 Minuten auf. Es ist aufgrund der unglaublichen Effektivität, gepaart mit den in dieser Dosierung absolut ungiftigen Eigenschaften des Wirkstoffs, in keinster Weise nachvollziehbar, wie ein Verbot selbst für den therapeutischen Einsatz gerechtfertigt sein kann. Da keine visionäre, nicht einmal eine überhaupt psychotrop wirksame Dosis benötigt wird, um die Schmerzen effektiver als jedes verfügbare Migränemittel zu bekämpfen, sind die meiner Ansicht nach einzig möglichen Gründe eines Verbots der 'Zauberpilze' zu therapeutischen Zwecken eine undurchdachte Prinzipienreiterei sowie unterstellte mögliche vorsätzliche Überdosierungen, durch welche dann psychoaktive Effekte provoziert werden könnten. But who the fuck cares for this bullshit, wenn es nur eine geringe Chance gibt das Leiden der Betroffenen zu lindern, und wir haben mehr, wir haben die wissenschaftlichen Beweise. Es gibt bestimmt geeignetere Spielflächen für selbstberufene 'Keine Macht den Drogen' Prediger, zum Beispiel den Radsport oder das Oktoberfest. Aufgrund dieser schlechten Situation hab ich leider schon mehrere Jahre keinen Zugang mehr zu dieser Naturarznei gehabt, dabei ist es auch für Dr. House Mittel der ersten Wahl bei Cluster (und um die Krankenhausverwaltung zu ärgern).
 
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