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In der Summe und im Alltag
 
Ein 'leichtes Leben' fühlt sich wohl anders an. Trotzdem bemühe ich mich ein Beispiel an gelebter Lebensfreude zu sein. Ich habe oft den Eindruck, dass ein Mensch, dem es gut geht, kaum etwas zu schätzen weiß. Wer keine Probleme hat, der denkt sich welche aus, leider oft gleich für die anderen mit. Ich habe mich mit meinen Gegebenheiten arrangiert. Die Amtsärztin hat mal formuliert, ich hätte ein "funktionierendes Bewältigungskonzept" entwickelt ...
 
 
Ich habe an anderer Stelle auf diesen Seiten davon erzählt, wie ein jüngeres, eiteleres Ich davon geträumt hatte, dass meine Kinder einst mit mir prahlen würden; heute frag ich mich manchmal, ob sie sich vielleicht schon mal meiner geschämt haben. Nicht allgemein, weil ich ein Mensch, und als solcher zu mancher Gelegenheit doof bin, ohne es selbst zu merken, sondern speziell wegen meines zertifizierten Status. In dem blutgetränkten Land in dem unsere Wurzeln stehen, Maß man am Grad der Behinderung gegenläufig den Lebenswert. Und man muss nicht viel von Morphogenetik gehört haben, um es einleuchtend zu finden, dass ich innerlich ertappt zusammenzucke, wenn mein Sohn mal wieder lauthals verkündet: 'Mein Papa ist behindert!' - auch wenn das fern von meiner Einstellung und meinem Empfinden ist.
 
 
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