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18.12.2008

Wenn Helden zu lange leben ...
dann haben Sie manchmal auch zu lange Gelegenheit sich durch menschliches oder noch schlimmeres Verhalten selbst zu entmythisieren. So tatens nun auch die bereits ebenfalls in die 40er geratenen zwei fantastischen, indem sie ihre Persona-prominenta mitsamt ihres Wahrhaftigkeits- und Gutmenschlehrer-Images verkauften, an Spezialisten der visuellen Konsumförderung. Namentlich sind es Thomas D.ürr und Michael Schmidt (Smudo) und das Produkt ist nicht etwa Bio-Joghurt oder etwas anderes Duldbares, es ist der Lebenszeitvertreib 'World of Warcraft', der da einen Pakt mit den Sprechmusikanten schloss. Es läuft in hoher Frequenz auf vor allem jugendorientierten Sendern eine Spotserie, in der sich der eine anpreist, ein Krieger und als solcher gänzlich ohne Gnade zu sein, während der andere sich schelmisch freut, dass er einen Schurken darstellt, der vor allem durch das hinterrückse seiner Massakrei sich auszeichnen soll, sowie durch einen großen Beutel Fersengeld, wie Herr D. dann noch feststellt. Traurig, denn es kann Ihnen doch nicht entgangen sein, dass, wenn ein entwöhnter Online-Game-Süchtiger sein verfremdetes Gesicht in der Bildröhre versteckt und öffentlich über den Hergang seines Absinkens in die Sümpfe virtueller Selbstbestätigung berichtet, von seinem harten Weg zurück zur wirklichen Lebenserfahrung, dass dann meistens 'World of Warcraft' genannt wird, als der Sauger, in dem das eigene Ich immer mehr verschwand. Sie haben wohl auch nichts gehört von den chinesischen Sklavenlagern, in denen entführte Oberschüler 16 Stunden und mehr in der 'World of Warcraft' verbringen und und dort Kräfte und Goldstücke erspielen müssen, damit ihre Capos sie meistbietend auf dem lange existierenden Schwarzmarkt für solche virtuellen Werte verkaufen können? Sie müssten aus meiner Sicht hinter dem Mond leben um dies und vieles mehr nicht zu wissen. Es gibt bestimmt Sachen, für die es sich lohnt, die eigene Reputation als psychologisches Mittel der Verhaltensbeeinflussung zu nutzen, vielleicht auch Produkte, durch deren Bewerb nicht gar so unverdrängbar Schaden und Schlechtes verharmlost wird, der vorliegende Fall lässt sich aber nicht so einfach hier einordnen und entschuldigen. Schon eine der letzten Musikveröffentlichungen der Viererbande mit diesen und den anderen beiden hatte so ein G´schmäckle, war doch die mitreissende und wahrscheinlich eingängigste Wiederholungssinnverlängerungsphrasierung seit 'Verdammt ich lieb Dich' von Matthias Reim musikalisch recht ansprechend, dachte man doch bei genauerem Zuhören über deb Text nach, musste man vermuten, dass es sich irgendwie um eine Abkehr von früher geäusserten Erkenntnissen handelte, schließlich hatten sie wirklich mit 'wir ernten was wir sähen' eine der meistfehlzitierten Pseudobauern-Weisheiten aufs Dreschbrett gelegt und wiederwiederholtundwiederholtdraufgeschlagenlagen. Vergesst bitte nicht, manche ernten nur was sie sehen. Ausserdem stehen sie jetzt auf einer Stufe mit Nino DeAngelo, der seinerseits Prepaid-Kreditkarten für Überschuldete bewarb, dann wärs doch besser gewesen auf einer Stufe mit Falco, Herbert Dreilich, Jimmy Hendrix, ... oder ?